Archiv der Kategorie 'Soziale Kämpfe'

Wahlprogramm

Revolutionär Sozialistisches Forum (RSF) – Die marxistische Alternative!

Das Revolutionär Sozialistische Forum ist eine seit 2008 bestehende politische Hochschulgruppe mit marxistisch-humanistischen Zielen in Universität und Gesellschaft. Ausgehend von der Feststellung, daß die freie Entfaltung von Persönlichkeit, Interessen und Fähigkeiten das Recht eines jedes Menschen ist, tritt das RSF nach wie vor für eine kostenlose Bildung ein, die ihren Namen auch verdient. Mit der Abschaffung der Studiengebühren scheint der erste Schritt in diese Richtung unternommen worden zu sein, doch sollte man sich nicht der Illusion hingeben, das Thema sei endgültig vom Tisch. Eine andere Regierung wird die Studiengebühren umgehend wieder einführen, wenn sie keinen Widerstand seitens der Studenten zu erwarten hat.

Mit den Studiengebühren wurde jedoch nur eines der schwerwiegendsten Probleme beseitigt. Nach wie vor ist eine universitäre Bildung, die ihren Namen auch verdient, kaum möglich. Das Bachelor/Master-System hat aus der Universität eine Institution gemacht, die sich von der Schule nur durch anspruchsvolleren Lernstoff unterscheidet, ansonsten steht nicht das selbständige Forschen im Mittelpunkt, sondern die Jagd nach Leistungspunkten in straffen, vollgepackten Stundenplänen und stupides Auswendiglernen für ein Dutzend Klausuren. Dies kann nicht das Ziel eines Studiums sein, daher fordert das RSF die Abschaffung der modularisierten Studiengänge, einen deutlichen Abbau der Prüfungsbelastung und die Verlängerung der Regelstudienzeiten um zwei Semester. Auf diese Weise soll wieder ein stärker interessengeleitetes Studium ermöglicht werden, welches auch noch Zeit lässt für studentisches Engagement in all seinen möglichen Formen und außeruniversitäre Tätigkeiten.

 

Die weiteren Forderungen des RSF:

Mehr Lernräume schaffen!
Der Mangel an Lernräumen führt dazu, daß Studenten in der Kneipe und den Cafeterien lernen oder freie Seminarräume suchen müssen. Diesem Mißstand kann durch die Einrichtung neuer Lernräume leicht Abhilfe geschaffen werden.

150 Freikopien pro Semester!
Ein Kontingent an Freikopien für alle Studenten, wie es an anderen Hochschulen bereits existiert, sollte zur Entlastung der Studentenschaft auch an der BUW in Höhe von 150 Kopien eingeführt werden.

Mehr Geld für Fachbereich A!
Der Fachbereich A ist chronisch unterfinanziert während besonders der Fachbereich B, die sogenannte „Schumpeter School“, im Geld schwimmt. Dieses Mißverhältnis muß dringend ausgeglichen werden. Universitäre Bildung darf nicht ausschließlich Konzerninteressen dienen!

Zusammenführung von Semesterticket und Studentenausweis!
Es ist ein unhaltbarer Zustand, daß ein Blatt DIN A 4 Papier als Semesterticket herhalten muß. Daher fordert das RSF die erneute Zusammenführung des Semestertickets mit dem Studentenausweis!

Sanierung der Toiletten!
„Wenn wir dereinst im Weltmaßstab gesiegt haben, dann werden wir, glaube ich, in den Straßen einiger der größten Städte der Welt öffentliche Bedürfnisanstalten aus Gold bauen. Das wäre die ‚gerechteste‘ und beste anschaulich-belehrende Verwendung des Goldes für die Generationen, die nicht vergessen haben, wie man des Goldes wegen zehn Millionen Menschen niedergemetzelt und dreißig Millionen zu Krüppeln gemacht hat “ – Lenin

Das RSF will nicht die Vergoldung der Toiletten fordern, aber eine gründliche Sanierung sollte schon heute im Bereich des Möglichen liegen. Der Zustand der Toiletten ist nämlich vor allem im Gebäude O nur noch als katastrophal zu bezeichnen.

Guten Appetit!

Auf der heutigen StuPa-Sitzung wurden neben organisatorischen Dingen (Bestätigung der autonomen Referate, Rechenschaftsbericht des StuPa) auch eher handfeste Themen verhandelt. Sebastian Juchheim, AStA-Politreferent und Teilnehmer der „Besetzung“ des Hörsaals 21, stellte an das Studentenparlament einen Antrag auf Finanzierung der Verpflegung der „Besetzer“ für die nächsten zwei Wochen. Als Summe nannte er 280 Euro, also 20 Euro pro Tag. Trotz Kritik aus den Reihen von StuPa und AStA, welche sich nicht primär gegen die Höhe des Antrags sondern gegen dessen Intention richtete, wurde der Antrag letztendlich vom StuPa bewilligt, ohne Nein-Stimmen bei nur zwei Enthaltungen.

Wer also in den kommenden Tagen eine kleine Zwischenmahlzeit sucht, braucht nicht die Kneipe, die Cafeteria oder den Kiosk aufzusuchen, sondern kann sich vertrauensvoll an die „Besetzer“ von Hörsaal 21 wenden. Verweigern können sie euch dies schlecht, denn ihr habt es schließlich bezahlt und wieso sollten sie dies tun, wenn sie sogar darüber diskutiert haben, dem Rektor eine Tafel Schokolade zu schenken? Also lasst es euch schmecken und Guten Appetit!

Andere Uni, ähnliche Probleme

Wir haben in den vergangen Tagen kritisch über die „Besetzung“ des Hörsaals 21 berichtet, nicht über die Aktion an sich sondern über die Durchführung und die Strategie der Beteiligten.
Die Strategie, möglichst wenig zu stören hat auch dazu geführt, dass ein Großteil der Studenten von der ganzen Sache nicht einmal erfährt, geschweige denn involviert ist. Die Ausarbeitung eines alternativen Hörsaalplanes mit den betreffenden Dozenten, das Konzept der sogenannten „kooperativen Besetzung“ und die beinahe zwanghafte Abgrenzung von jeder politischen Position stoßen nicht nur bei den radikalsten Kräften auf Kopfschütteln, sondern vorallem auch bei einer großen Zahl von Teilnehmern des Bildungsstreiks im vergangenen Sommer. Sehr unglücklich dürften die „Besetzer“ darüber nicht sein, da sie sich auf ihrer Homepage klar vom Bildungsstreik und seiner Strategie distanzieren, womit sie allerdings letztendlich mehr Leute verschreckten als gewannen.

Diese starke Uneinigkeit bezüglich der richtigen Herangehensweise existiert nicht nur in Wuppertal sondern auch an vielen anderen Universitäten. So berichtet z.B. die Hochschulgruppe „revolta – antikapitalistische linke“ aus Jena:

Wie sieht es aber in Jena aus? Die Hochschulleitung hat sich klugerweise von Anfang an schon fast penetrant freundlich gezeigt und sogar ihre „Unterstützung“ angeboten. Diese Taktik hat ihre Wirkung natürlich nicht verfehlt. Anstatt eine kämpferische Stimmung zu entwickeln, hat die Besetzung schnell eine sehr kooperative Haltung mit der Unileitung eingenommen. Einige Teilnehmer meinten sogar, man solle sich ausschließlich auf „kleinere“, „praktischere“ Ziele an der Uni konzentrieren, wie z.B. die Möglichkeit Getränke mit in die Bibliothek nehmen zu dürfen. Wenn gerade nicht über solche Dinge debattiert wird, dann streitet man sich stundenlang über die Frage des demokratischen Prinzips (Konsensbasis oder Mehrheitsentscheid) auf den Plena. Dass die Stimmung darunter erheblich gelitten hat ist alles andere als verwunderlich. Die völlig absurde Haltung vieler TeilnehmerInnen hat auch dazu geführt, dass sich nicht wenige Studierende, denen an wirklich kämpferischem Protest gelegen ist, enttäuscht von der Besetzung abgewandt haben. Auch das allgemeine Interesse der meisten Leute an der Uni doch weitaus geringer ist, als es noch im Juni der Fall war, was auch für die Zahl der BesetzerInnen zutrifft. Damit ist zumindest eindrucksvoll die These widerlegt, dass man seine Forderungen nur weit genug aufweichen muss, um möglichst viele Menschen mit seinen Zielen und Aktionen zu erreichen. Gerade in einer solchen Krisenzeit bedarf es keiner ständig schwankenden Kuschelkampagne, sondern eines entschlossenen und kompromisslosen Eintretens für die derzeit wichtigsten Forderungen an den Hochschulen:

· Abschaffung jeglicher Gebühren beim Studium!
· Abschaffung des Bachelor/Master-Systems!
· Radikale Ausdehnung studentischer Mitbestimmung!
· Angemessene Wohnungen für alle!

Diese Forderungen dürfen aber nicht nur im gesellschaftlichen Vakuum gefordert werden. Sie müssen als Teil viel breiterer gesamtgesellschaftlicher sozialer Kämpfe verstanden werden, die momentan nicht nur von uns Studierenden, sondern auch von den SchülerInnen, den sozialen Bewegungen und den ArbeiterInnen geführt werden. Dann und ausschließlich dann, kann auch eine spürbare Verbesserung im Bildungssystem verwirklicht werden. Die Jenaer „Besetzung“ jedoch hat sich von diesem Zustand so weit entfernt, wie es nur irgend vorstellbar ist, trotz des sehr anerkennenswerten Einsatz einer Minderheit der TeilnehmerInnen, die weiterhin versuchen diese Besetzung zu repolitisieren.

Der komplette Artikel ist hier einzusehen:
http://anticapitalista.blogsport.de/2009/11/23/wohin-geht-der-bildungsstreik-eine-kritik-an-den-jenaer-verhaeltnissen/

Besetzung oder Kaffeeklatsch?

Nach der wenig ruhmreichen Veranstaltung am Montag folgte am Mittwoch die nächste glorreiche Idee auf dem Fuße. Eine Versammlung auf der AStA-Ebene beschloss, den (vergleichsweise kleinen) Hörsaal 21 zu besetzen, wobei einige der Beteiligten eine recht eigenwillige Vorstellung davon hatten, wie eine „Besetzung“ aussieht. Es wurde vorgeschlagen, den Hörsaal zu „besetzen“, allerdings ohne dass dies irgendwelche Auswirkungen hat, es sollten sogar die regulären Vorlesungen weiterhin planmäßig stattfinden. Eine tatsächliche Besetzung wurde davon als „Blockade“ abgegrenzt, was auf breite Zustimmung der Beteiligten traf.

So wurde es dann auch tatsächlich umgesetzt. Auf Plakaten die auf die „Besetzung“ hinweisen, erscheint dieses Wort zutreffend in Anführungszeichen und einige der „Besetzer“ sprechen sogar von einer „kooperativen Besetzung“. Was sich dahinter verbirgt, schlägt letztendlich dem Faß den Boden aus. In Absprache mit den Dozenten die regulär ihre Vorlesungen in Hörsaal 21 abhalten, wurde für die Dauer der „Besetzung“ ein alternativer Hörsaalbelegungsplan ausgearbeitet und für den Fall, dass ein Ausweichen in anderen Hörsaal nicht möglich ist, wurde zugesichert, dass die Vorlesungen weiterhin in Hörsaal 21 stattfinden können. Währenddessen werden sich die Hörsaalcamper wahrscheinlich in eine Ecke zurückziehen und keinen Laut von sich geben, so dass sich auch niemand gestört fühlt.

Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass eine breite Unterstützung ausbleibt, denn wer es sich zur Hauptmaxime macht, niemanden zu stören, der wird auch nicht viele Leute auf sich aufmerksam machen und noch weniger für seine Sache gewinnen. Nicht anders verhält es sich mit der „Besetzung“ von Hörsaal 21. Wer von dieser Farce überhaupt etwas erfährt, steht ihr meist völlig gleichgültig gegenüber oder hat nur ein mildes Lächeln dafür übrig, einige sprechen sogar von einem „Kaffeeklatsch“. Welch passendere Bezeichnung kann es für diese Veranstaltung geben?

Bildungsstreik in Wuppertal ein Reinfall!

Da bereits im vergangenen Sommer die Bildungsstreikbewegung einigermaßen erfolgreich war, überrascht der Versuch nicht, dies zu wiederholen. Während an 24 deutschen Universitäten Einrichtungen aktuell besetzt werden und an 8 Universitäten die Besetzungen bereits wieder geräumt wurden, gibt Wuppertal jedoch ein sehr klägliches Bild ab.

Die „Offene Versammlung zur Lage der Bildung“, die um 14 Uhr im Hörsaal 14 stattfand war zwar sehr gut besucht und es wurde lautstark Unmut über die Studiensituation geäußert, als es jedoch an die Abstimmung über die Besetzung des Hörsaals ging, war das Bild weniger einheitlich, es gab kaum mehr Ja-Stimmen als Enthaltungen und Nein-Stimmen. Der Hörsaal leerte sich zusehends und um 16 Uhr stand eine WiWi-Vorlesung auf dem Plan. Der Dozent tat sich durch ein sehr unsachliches Verhalten gegenüber den Versammlungsteilnehmern hervor (Betitelung der Veranstaltung als „Selbsthilfeerfahrung“, wiederholtes fotografieren der Redner mit einer Handykamera aus nächster Nähe etc.).

Statt dieser Provokation konsequent entgegenzutreten, gab die Mehrheit der Teilnehmer in der Abstimmung klein bei und wich in einen anderen Hörsaal aus, so daß die WiWi-Vorlesung planmäßig stattfinden konnte. Überraschend war diese Entwicklung jedoch nicht, denn bereits die Bildungsstreikbewegung im Sommer zeichnete sich durch einen Mangel an politischem Bewußtsein aus, der sich auch heute wieder in weltfremden Phrasen von „absolut friedlichem“ Verhalten und dem Zurückschrecken vor jeder Konfrontation äußerte, aber auch in der dezidierten Ablehnung jedes politischen oder gar linken Anspruchs der Bildungsstreikbewegung. Das Ziel, das einige damit zu erreichen glauben, ist eine möglichst große Zahl an Unterstützern hinter dem Bildungsstreik zu versammeln, doch die Erkenntnis, dass 100 entschlossene Menschen mehr erreichen als 10.000, die nach jedem Schritt vorwärts wieder zwei Schritte zurückweichen, vermisst man dabei schmerzlich.

Einen Monat nach dem Streik: Was tun?

Morgen um 12:30, genau einen Monat nach Beginn des Bundesweiten Bildungsstreiks, findet auf der AStA-Ebene eine Informationsveranstaltung statt, in der ein Resümee des Streiks sowohl in Wuppertal als auch bundesweit gezogen werden soll.

Auch die Frage die wahrscheinlich alle Streikenden und Unterstützer am meisten bewegt, soll aufgeworfen werden. Hat der Streik tatsächlich Wirkung gezeigt? Wurden bereits konkrete Veränderungen im Zuge des Streiks initiiert? Und vorallem, werden wir im kommenden Semester erneute Protestaktionen durchführen, die den Druck auf die Verantwortlichen für die Bildungsmisere weiter verschärfen?

Wie immer wird dies in einer offenen Runde diskutiert werden, jeder ist eingeladen zu kommen und sich zu beteiligen, morgen um 12:30 auf der AStA-Ebene. Der Aufruf der Organisatoren ist auf der Homepage des Bildungsstreiks Wuppertal zu finden:


Veranstaltung: Mittwoch, 15. Juli 2009, 12:30; AStA-Ebene (ME-04)

Liebe Studis,

um die Streikwoche revue passieren zu lassen und dem Bildungsstreik einen würdigen Abschluss für dieses Semester zu geben (und den Auftakt für das nächste Semester zu planen), laden wir Euch zu einer Info-Veranstaltung unter dem Motto “Der Streik ist nicht vorbei!” ein. Gemeinsam mit Euch wollen wir den Bildungssreik reflektieren, an der Umsetzung der Streikforderungen arbeiten und einen Ausblick auf die Zukunft gestalten.

Geplant sind folgende Themen:

- Landes- und bundesweite Missstände an Hochschulen

- Rückblick: der Bildungsstreik 2009 in Deutschland

- Forderungen an die Uni Wuppertal und mögliche Lösungsansätze

- Nach dem Streik: Was hat sich an der BUW bereits bewegt?

- Rückblick: der Bildungsstreik 2009 in Wuppertal (offene Diskussionsrunde)

- Ausblick: Wie machen wir weiter? Wie setzen wir unsere Forderungen um? Wie begehen wir das Wintersemester? Brauchen wir einen Streik 2.0?

Wir würden uns freuen, trotz Prüfungsphase und bestuhlter Seminarräume möglichst viele von Euch am 15.7. um 12:30 Uhr auf der AStA-Ebene begrüßen zu dürfen! Auch der heißgeliebte Waffelstand wird sich noch einmal blicken lassen!

Viele Grüße

der “AK Infoveranstaltung”

http://bildungsstreikwuppertal.wordpress.com/

Auftakt des Bildungsstreiks ein voller Erfolg!

Wer am Montag morgen das Gelände der Bergischen Universität am Hauptcampus Grifflenberg betrat, wird sämtliche Eingänge mit Tischen und Stühlen blockiert vorgefunden haben. Vor jeder dieser Türblockaden stand eine große Zahl von Studenten, die all jene, die aus besonderen Gründen (Arbeit, Examensprüfung, eingeschränkt wiederholbare Klausur etc.) das Unigebäude betreten mussten, zum Haupteingang weiterleitete, dem einzigen Eingang, an dem es mit Passierschein möglich war, das Unigebäude zu betreten. Der reguläre Betrieb war dank des ungeheuren Engagements einer Vielzahl von Studenten bereits zu Beginn der ersten Veranstaltungen um 8:00 vollkommen lahmgelegt und das Gebäude komplett dichtgemacht.

Gegen 10.00 Uhr fand dann auf dem Innenhof des Unigeländes eine Vollversammlung statt, in der sich eine sehr große Mehrheit der schätzungsweise 1500-2000 Studenten sich für eine Fortführung des Streiks über die gesamte Woche aussprach. Dieser Anspruch wurde auch am zweiten Tag des Streikes konsequent durchgesetzt, es fanden, abgesehen von vereinzelten Vorlesungen in den Fachbereichen WiWi und Sicherheitstechnik, die von einer Handvoll Streikbrechern besucht wurden, keine regulären Veranstaltungen statt. Neben einigen Streikbrechern, die sich zum Teil sogar durch körperliche Gewalt Zutritt zum Gebäude zu verschaffen suchten, taten sich vorallem die üblichen Verdächtigen des RCDS mit Anti-Streik-Aktionen hervor. Nachdem es ihnen auf bisher unbekannte Weise gelang, das Gebäude zu betreten, drehten sie unaufhörlich ihre Runden, stets auf der Suche nach versteckten, unbewachten Eingängen, an denen sie ihre Streikbrecher-Kumpanen ins Gebäude einlassen konnten. An dem erfolgreichen Ablauf der ersten beiden Streiktage konnte dies jedoch nur wenig ändern.

Zum Schluss bleibt nur folgendes zu sagen: Morgen um 14 Uhr beginnt die Demo am Neumarkt, beteiligt euch zahlreich und verleiht dem Protest eure Stimme!

Die unvermeidliche Gegenkampagne

Es war natürlich zu erwarten, dass eine Protestaktion wie der Bundesweite Bildungsstreik nicht auf 100%ige Zustimmung stoßen wird und so überrascht es kaum, dass das bürgerliche Spektrum, namentlich die CDU-nahen Verbände „Ring Christlich Demokratischer Studenten“ (RCDS) und „Schüler Union“, im klassischen Stil zu einer Gegenkampagne aufrufen.

Während der Bundesvorsitzende der „Schüler Union“ Organisationen der politischen Linken, darunter auch das Revolutionär Sozialistische Forum, als Gewalttäter darstellt, gleichzeitig aber ein „hartes Einschreiten der Polizei“ fordert, wird der Bildungsstreik vom RCDS-Bundesverband mit Slogans wie „Ideen statt Randale“ und Bildern von eingeschlagenen Glasscheiben als Veranstaltung unreflektierter Krawallmacher denunziert, während man sich selber als besonders vernünftig und besonnen darzustellen bemüht. Ob der mit dem Wortspiel „counterSTREIK“ hergestellte Bezug zum Computerspiel „Counterstrike“ diese Bemühungen nicht eher konterkariert und bei den Angesprochenen, wenn schon nicht negative Assoziationen, so doch höchstens ein müdes Grinsen hervorruft, wird sich noch zeigen. An der Uni Wuppertal ist jedenfalls von einer Gegenkampagne seitens des RCDS nichts zu spüren, man scheint sich in stiller Ablehnung zu üben, wahrscheinlich aus der Gewissheit heraus, dass nicht mehr als eine Handvoll stramm-konservativer Studenten sich für Gegenaktionen mobilisieren lassen wird.

Wuppertal ist dabei!

Die intensive Mobilisierung in den Tagen vor der Vollversammlung am vergangenen Dienstag hat sich gelohnt. Der Hörsaal 14 war mit über 400 Studenten zum Bersten gefüllt und nahezu alle Anwesenden stimmten über die Frage, ob die Uni Wuppertal am Bundesweiten Bildungsstreik teilnehmen wird, mit „Ja“ ab. Längst jedoch wurde diese Zahl überschritten und der Bildungsstreik in Wuppertal ist zu einer Massenbewegung geworden, die auch weite Kreise außerhalb der „üblichen Verdächtigen“ aus den Reihen der politischen Linken mitgerissen hat. Geht man über den Campus, bekommt man allerortens Gespräche über dieses Thema mit, es scheint als wäre der Bildungsstreik in aller Munde. Die Reaktionen reichen von breiter Befürwortung über eine indifferente, abwartende Haltung, bis hin zu Skepsis, Verständnislosigkeit und, wie zu erwarten war, vereinzelt sogar offener Ablehnung. Wir vom RSF sind jedoch zuversichtlich, dass es im Laufe der Vorbereitungen innerhalb der einzelnen Arbeitskreise gelingen wird, offene Fragen und Unklarheiten zu beseitigen und die bisher noch schwankenden Teile der Studentenschaft von der Notwendigkeit des Bildungsstreiks zu überzeugen.

Bildungsstreik in Wuppertal

Bisher war von dem im kommenden Monat stattfindenden Bundesweiten Bildungsstreik an der Uni Wuppertal wenig zu spüren, es sah beinahe so aus als würde die ganze Aktion völlig an Wuppertal vorbeiziehen, aber nun scheint der Stein durch das persönliche Engagement einiger Studentinnen und Studenten doch noch ins Rollen gekommen zu sein. Die Initiatoren geben sich entschlossen aber auch bescheiden, sie schmieden noch keine großen Pläne für die Woche des Bildungsstreiks sondern rufen zunächst zu einer Versammlung am kommenden Dienstag um 10 Uhr im Hörsaal 14 auf, um dort mit möglichst vielen Interessenten in die Diskussion über mögliche Formen des Bildungsstreiks zu kommen und um überhaupt erst einmal feststellen zu können, ob der nötige Mobilisierungsgrad an unserer Uni erreicht werden kann.

Wir Kommunisten werden bei den bevorstehenden Kämpfen natürlich nicht Abseits stehen sondern den bevorstehenden Bildungsstreik konsequent unterstützen, sowohl bei der Mobilisierung als auch später bei der Umsetzung konkreter Aktionen im Bündnis mit anderen fortschrittlichen Kräften und Einzelpersonen.




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